***** Damit es gleich von Anfang an gesagt wird: wer neunmal "Time to Pretend" oder gar "Kids" erwartet, ist am falschen Ort. Denn MGMT haben genug davon, der krönende Abschluss jeder Indieparty zu sein. Als Vorsatz haben sie sich genommen, schräger und ungemütlicher zu werden, nicht immer den leichten Weg zu nehmen und dabei trotzdem nicht zu künstlerisch und prätentiös zu wirken. Es ist ihnen gelungen. "Congratulations" ist ein schräger Trip, dem es stets gelingt, dem Hörer weiszumachen, dass er komplizierter wirkt, als er ist. Das gelingt auf verschiedene Arten: "Flash Delirium" (die erste Single... wer hätte das gedacht) und "Siberian Breaks" sind zusammengekleisterte Arien im Stile von "Happiness Is a Warm Gun" (Beatles) und "Paranoid Android" (Radiohead), "Brian Eno" bedient sich bei allen Uptempo-Genres, nur um die Erwartungen der Fans stets zu untergraben und "Lady Dada's Nightmare" ist ein assoziatives Instrumental, welches nicht nur schier gespentisch, sondern auch schadenfreudig wirkt. Trotzdem ist "Congratulations" nicht so schwer zugänglich, wie die Beschreibung es vielleicht darzustellen versucht. Wer Popmomente sucht, der findet sie, und insofern man sich nicht zu sehr von den Klanglandschaften ablenken lässt, findet man göttliche Melodien. Umso länger ich über "Congratulations" nachdenke, umso besser finde ich es. Das Album wächst noch immer mit jedem Durchgang und wird inzwischen von mir als "Oracular Spectacular" weit überlegen eingestuft. Gute 5! Last edited: 24.08.2010 20:42 |